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10. Februar 2026
4 Min. Lesezeit

Interview mit Ralf Zorn: Die Saar-Mosel Werke Konz AöR im Wandel

Die Saar-Mosel Werke Konz AöR (SMW), ehemals Verbandsgemeindewerke Konz AöR, hat einen bemerkenswerten Wandel vollzogen. Aus einem angegliederten Teil der Verbandsgemeindeverwaltung wurde eine eigenständige Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR), nun mit einem neuen Namen und eigenem Markenauftritt. Vorstand Ralf Zorn, der seine Karriere vor 40 Jahren als Azubi bei den Werken begann, spricht mit Louise Gubanski über diese Veränderungen, die neue Marke und die Vision für die Zukunft.

Die Gründung der AöR: ein logischer Schritt

Louise Gubanski: Herr Zorn, herzlichen Glückwunsch zu Ihrem 40-jährigen Dienstjubiläum! Sie haben bei den „Werken“ viel erlebt und neue Entwicklungen umgesetzt, zuletzt die Einführung eines neuen Namens und einer eigenständigen Marke. Aber beginnen wir zwei Jahre früher: Wie kam es zur Ausgliederung der Werke von der Verbandsgemeindeverwaltung und zur Gründung der eigenen AöR?

Ralf Zorn: Die Ausgründung der Verbandsgemeindewerke Konz in eine AöR (Anstalt des öffentlichen Rechts) war ein logischer Schritt. Gemeinsam mit der Politik haben wir erkannt, dass wir unsere Aufgaben – vor allem im Energiemarkt – in einer eigenständigen Struktur besser und dynamischer erfüllen können. Der an die Verwaltung angegliederte Betriebsbereich war immer weiter gewachsen, und wie in der Industrie üblich, verselbstständigt man solche Bereiche irgendwann. Eine AöR funktioniert wie ein normaler Wirtschaftsbetrieb und verschafft uns mehr Tempo und Flexibilität.

Louise Gubanski: Geht es dabei auch um die Finanzierung?

Ralf Zorn: Am Ende des Tages geht es immer auch ums Geld. Große Investitionen, etwa in erneuerbare Energien, würden den Haushalt der Verbandsgemeinde stark belasten, und die Abwicklung im Haushalt ist wesentlich komplexer. Als AöR genießen wir weiterhin die Gewährträgerhaftung der Kommune und sind insolvenzfest. Das gibt uns eine hohe Sicherheit. Gleichzeitig eröffnet uns diese Rechtsform die nötige Flexibilität, um umfangreiche Investitionen und die Gründung eigener Gesellschaften im Bereich der erneuerbaren Energien deutlich einfacher voranzutreiben.

Die neue Marke: Mehrwert für die Bevölkerung

Louise Gubanski: Seit einigen Wochen treten die Saar-Mosel Werke (SMW) nun mit neuen Namen und eigener Marke auf. Welche Ziele verfolgen Sie mit diesem neuen Erscheinungsbild?

Ralf Zorn: Wir wollen klar darstellen, dass wir ein eigenständiges Unternehmen sind. Im Wettbewerb mit der Energiewirtschaft möchten wir unsere Produkte erkennbarer machen und zeigen, dass wir als kommunaler Betrieb aktiv am Markt teilnehmen. Im Bereich Wasser und Abwasser gibt es zwar keinen Wettbewerb – diese Bereiche gehören zur Daseinsvorsorge, was eine solidarische Preisgestaltung garantiert – dennoch möchten wir auch hier verdeutlichen, welchen Mehrwert wir für die Bevölkerung leisten.

Louise Gubanski: Wie spiegeln sich Ihre Werte im neuen Auftritt wider?

Ralf Zorn: Vieles von dem, was wir leisten, geschieht im Hintergrund. Wir möchten aber Transparenz schaffen, die Sichtbarkeit erhöhen und das Verständnis für unsere Arbeit stärken, unter anderem über unsere neue Website. Der Claim „Energie. Wasser. Leben.“ zeigt, dass Energie und Wasser Grundbestandteile des Lebens sind, untrennbar miteinander verbunden. Wir wollen deutlich machen, dass wir als kommunaler Betrieb einen Mehrwert für die Bevölkerung schaffen: eine lebenswerte Umgebung, verlässliche Versorgung, faire Preise und damit einen Beitrag zu einem guten Leben. Auch Freizeitangebote wie das Saar-Mosel-Bad gehören dazu, denn sie steigern den Wohlfühlfaktor vor Ort. Nachhaltigkeit, Regionalität, Bürgernähe und Verlässlichkeit sind die Leitlinien unseres Handelns.

Die Vision für die nächsten zehn Jahre

Louise Gubanski: Welche Vision haben Sie für die SMW in den nächsten zehn Jahren?

Ralf Zorn: Unsere Vision ist es, eine nachhaltige und bezahlbare Versorgung sicherzustellen. Wir möchten unsere Energieanlagen so weit ausbauen, dass wir die Bevölkerung mit Strom aus regionaler Erzeugung versorgen können. Das Gleiche gilt für die Wärmeversorgung – überall dort, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist.

Gleichzeitig wollen wir, dass die Menschen uns stärker als kommunalen Versorger wahrnehmen. Sie sollen sagen: „Unsere Werke kümmern sich um uns.“ Dann haben wir unser Ziel erreicht.

Zudem wollen wir ein attraktiver, sicherer und nachhaltiger Arbeitgeber in der Region sein, bei dem die Mitarbeitenden spüren, dass sie etwas Gutes für die Menschen vor Ort leisten.

Kurz gesagt: Wir streben danach, ein zukunftsorientierter, gut aufgestellter und nachhaltiger kommunaler Versorgungsbetrieb zu sein, der einen echten Mehrwert für die Region schafft.

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